Liebe Familien,
wenn wir unsere Kinder in der Schule anmelden, vertrauen wir darauf, dass sie dort in einem sicheren Umfeld sind. Wir sorgen uns um ihr körperliches, emotionales und schulisches Wohlbefinden. Ein unsichtbarer, aber entscheidender Aspekt wird jedoch oft übersehen: der Umgang mit ihren privaten Daten im digitalen Raum.
In letzter Zeit ersetzt das Bildungsministerium (Conselleria) in den Schulen öffentliche Verwaltungssysteme und Unterrichtswerkzeuge durch Plattformen großer privater Unternehmen (wie Microsoft 365 oder von Subunternehmern kontrollierte Tools). Dies mag uns als rein technische Änderung oder als „bequemer“ dargestellt werden, ist jedoch eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen.
Und das ist keine abstrakte Sorge: Im Juli 2024 kam es beim balearischen Schulverwaltungssystem (GestIB) zu einem unbefugten Zugriff, bei dem persönliche Daten von Schülern und Familien offengelegt wurden. Das neue Nachfolgewerkzeug, Llull, wurde für 5,4 Millionen Euro an ein privates Unternehmen vergeben, während Schulen bereits seit Januar über Fehler berichten.
Warum sollte uns das als Familien betreffen?
- Es geht nicht nur um Noten: In diesen Systemen werden nicht nur Noten und Fehlzeiten erfasst. Es werden auch Protokolle von Orientierungsgesprächen, psychologischen Unterstützungsmaßnahmen oder Berichte über Mobbingfälle eingetragen. Äußerst sensible Daten von Minderjährigen.
- Kontrollverlust: Durch die Übergabe dieser Daten an Technologie-Multis unterliegen die Informationen unserer Kinder ausländischen Gesetzen (wie denen der USA). Diese erlauben es dortigen Behörden, Zugriff auf die Informationen zu verlangen, und können dem Unternehmen gleichzeitig verbieten, uns darüber zu informieren.
- Mangelnde Transparenz: Niemand von außen kann überprüfen, wie diese Systeme funktionieren oder wer auf die Daten zugreift: weder das neue Llull, das von einem privaten Unternehmen ohne öffentliche Transparenz bezüglich seines Quellcodes entwickelt wurde, noch die Plattformen von Microsoft, bei denen nicht einmal die Verwaltung selbst überprüfen kann, was mit den Daten unserer Kinder geschieht. Was nicht geprüft werden kann, kann auch nicht kontrolliert werden.
Unsere Kinder sind keine Kunden, sondern Schüler in der Ausbildung. Ihre Privatsphäre und der Schutz ihrer persönlichen Akte ist ein verfassungsmäßiges Recht, das wir alle gemeinsam verteidigen müssen.
Dabei gibt es bereits funktionierende Alternativen. Die Region Madrid versorgt ihre gesamte Bildungsgemeinschaft seit Jahren mit EducaMadrid, einer öffentlichen Plattform, die auf freier Software basiert und unter der Kontrolle der Verwaltung selbst steht. Auch Europa bewegt sich in diese Richtung: Im Juni 2026 ersetzte das Europäische Parlament Google auf allen seinen Computern durch eine europäische Suchmaschine, die Kommission stellte ihr Gesetzespaket zur technologischen Souveränität vor, und Frankreich hat jedes Ministerium angewiesen, einen Plan zum Abbau ausländischer Technologieabhängigkeiten zu erstellen. Was wir für die Schulen unserer Kinder fordern, setzen die europäischen Institutionen für sich selbst bereits um.
Was können wir diese Woche tun?
- In der Elternvertretung (AMPA / AFA) nachfragen: Stoßen Sie die Diskussion beim nächsten Treffen der Elternvertretung Ihrer Schule an.
- Antworten im Schulbeirat fordern: Als Elternvertreter haben wir das Recht, schriftlich anzufragen, welche Daten unserer Kinder an Server von Drittanbietern übermittelt werden und welche Maßnahmen zum Schutz ihrer Privatsphäre ergriffen werden. Zudem können wir die Veröffentlichung der Datenschutz-Folgenabschätzung verlangen, die die europäische Gesetzgebung bei der großflächigen Verarbeitung von Daten Minderjähriger vorschreibt.
- Gemeinsam mit den Lehrkräften aktiv werden: Viele Lehrkräfte teilen diese Sorge. Eine einzelne Lehrkraft, die Fragen stellt, kann ignoriert werden; organisierte Familien hingegen nicht. Wenn die Verwaltung sieht, dass Familien und Lehrkräfte dasselbe fordern – Transparenz und Garantien für die Daten von Minderjährigen –, ist eine Antwort nicht mehr optional.
Dieses Problem ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Muster, das unser gesamtes Bildungssystem betrifft. Wenn Sie alle technischen und rechtlichen Details erfahren und ein Dokument mit wesentlich mehr Kontext erhalten möchten, das speziell zur Information und Sensibilisierung von Lehrkräften konzipiert wurde, laden wir Sie ein, den vollständigen Brief zu lesen unter: